Aus dem Unternehmen
Warum anderthalb Stunden alle zwei Wochen nichts bringen
Eineinhalb Stunden alle zwei Wochen ändern nichts. Warum wir auf dreimal drei Stunden pro Woche setzen – für Struktur, Vorbeugung und echte Entlastung.
Veröffentlicht 12. Oktober 20264 Min. Lesezeit· Redaktion Haushaltshelfer Niederrhein

Der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat reicht bei uns für knapp drei Stunden Alltagshilfe. Viele Anbieter machen daraus anderthalb Stunden alle zwei Wochen. Wir sagen offen: Das bringt nichts. Nicht weil die Stunden schlecht wären, sondern weil sie zu wenige sind, um etwas zu verändern.
Was in anderthalb Stunden passiert
Rechnen wir ehrlich. Die Helferin kommt, zieht die Jacke aus, fragt, wo der Eimer steht. Sie wischt die Küche, saugt den Flur, wechselt das Bett. Dann ist die Zeit um. In zwei Wochen kommt sie wieder – oder jemand anderes, weil der Dienstplan es so will.
Was in dieser Zeit nicht passiert: ein Gespräch, das länger dauert als die Begrüßung. Ein gemeinsames Essen. Ein Spaziergang. Ein Blick darauf, ob genug getrunken wurde, ob die Treppe noch geht, ob die Post vom Amt beantwortet ist. Anderthalb Stunden alle zwei Wochen sind eine Putzhilfe im Pflegegewand. Satt und sauber – aber uns reicht das nicht.
Was wir stattdessen tun
Bewährt hat sich bei uns: dreimal pro Woche, je drei Stunden. Montag, Mittwoch, Freitag, immer ab neun, möglichst immer dieselbe Person. Das ist kein Zufall und kein Verkaufsargument. Es ist das Ergebnis von Hunderten Erstgesprächen und Einsätzen am Niederrhein.
Drei Stunden sind die Zeit, in der sich ein Vormittag ergibt: erst gemeinsam Kaffee trinken, dann anpacken. Eine Stunde Kochen und Essen, eine Stunde Haushalt, eine Stunde für das, was sonst liegen bleibt – Einkauf, Spaziergang, Arzt, Papiere, Telefon mit der Enkelin. Dreimal die Woche ist der Rhythmus, in dem aus Hilfe eine Struktur wird. Der Dienstag bekommt wieder einen Namen, weil am Mittwoch jemand kommt.
Drei Gründe, warum die Menge den Unterschied macht
Struktur. Feste Tage und ein vertrautes Gesicht geben der Woche Halt. Wer weiß, dass morgen jemand kommt, steht morgen auf. Wer weiß, dass am Freitag gekocht wird, kauft am Mittwoch ein. Bei Demenz ist das kein Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, dass Hilfe überhaupt angenommen wird.
Vorbeugen. Wir machen es mit Ihnen, nicht für Sie. Wer beim Kochen steht, trainiert die Beine. Wer die Wäsche mit faltet, bewegt die Schultern. Zehn Minuten Übungen an der Arbeitsplatte, ein Spaziergang um den Block, genug zu trinken: Das sind die Dinge, die Stürze und Krankenhausaufenthalte verhindern – und sie passen in keine anderthalb Stunden.
Entlastung. Angehörige brauchen keine Hilfe, die sie wieder organisieren müssen. Sie brauchen verlässliche Stunden, in denen sie nichts organisieren müssen. Dreimal drei Stunden heißt für die Tochter: Montag, Mittwoch, Freitag muss ich nicht hin. Das ist der Unterschied zwischen Pflege und Familie sein.
Und wer bezahlt das?
Der Entlastungsbetrag allein reicht dafür nicht, das stimmt. Deshalb rechnen wir vor dem ersten Einsatz genau aus, welche Töpfe Ihnen offenstehen: Entlastungsbetrag, die Umwandlung von bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistung, die Verhinderungspflege, bei ärztlicher Bescheinigung die Krankenkasse. Was übrig bleibt, tragen Sie privat – oder Sie entscheiden sich für weniger Stunden. Beides ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist, wenn jemand aus Sorge ums Pflegegeld ganz auf Hilfe verzichtet. Unsere Erfahrung: Ein paar Euro mehr oder weniger machen am Ende nicht den Unterschied. Verlässliche Hilfe schon.
Dass die Bundesregierung die Töpfe ab 2027 neu ordnen will, ändert an dieser Rechnung nichts Grundsätzliches. Wir passen sie an, sobald das Gesetz beschlossen ist, und sagen Ihnen vorher Bescheid.
Der Wochenplan macht es sichtbar
In unserer Broschüre „Alltagshilfe zu Hause“ liegt in der Heftmitte ein Wochenplan. Jeder Tag braucht dasselbe: Essen und Kochen, Haushalt, Soziales, dazu zweimal die Woche der Einkauf. Mit Textmarkern halten wir gemeinsam fest, wer wofür sorgt – Sie selbst, Ihre Familie, wir. Drei Fragen genügen: Was haben Sie immer gern gemacht? Was machen Sie davon noch? Was offen bleibt, machen wir.
Wer diesen Plan einmal ausgefüllt hat, sieht sofort, warum anderthalb Stunden alle zwei Wochen nicht reichen. Es bleiben zu viele leere Felder.
Was das für Sie heißt: Fragen Sie nicht zuerst „Was kostet eine Stunde?“, sondern „Was soll sich ändern?“. Wenn die Antwort Struktur, Vorbeugen oder Entlastung heißt, brauchen Sie mehrere Stunden an festen Tagen. Wir rechnen Ihnen beim kostenlosen Erstgespräch aus, wie viele davon die Kassen tragen – Beratung unter 02156 974907-7.
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