Im Alter ändert sich das Essen leise. Der Appetit lässt nach, das Durstgefühl auch. Einkaufen und Kochen werden anstrengend, und allein am Tisch schmeckt es nur halb. Das Ergebnis sehen wir oft erst, wenn die Hose zu weit geworden ist oder der erste Schwindelanfall kommt.
Trinken: Der Durst kommt nicht mehr von allein
Ältere Menschen spüren Durst später und schwächer. Manche trinken bewusst wenig, weil sie nachts nicht aufstehen wollen oder den Weg zur Toilette scheuen. Dazu kommen Medikamente, die entwässern, und heiße Sommertage.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Menschen ab 65 einen Richtwert von rund 1,3 Litern aus Getränken am Tag an; insgesamt, mit dem Wasser aus der Nahrung, sind es etwa 2,25 Liter. Als Faustregel hat sich „rund 1,5 Liter trinken“ bewährt – das sind sechs Gläser. Bei Hitze, Fieber oder Durchfall mehr, bei Herz- oder Nierenerkrankungen die Menge, die ärztlich festgelegt ist.
Zu wenig Flüssigkeit zeigt sich nicht nur als Durst. Verwirrtheit, Schwindel, Müdigkeit und Stürze sind häufige Folgen – und werden oft für etwas anderes gehalten.
Eiweiß zu jeder Mahlzeit
Wer älter wird, braucht nicht weniger Eiweiß, sondern mehr. Die DGE nennt seit 2017 für Erwachsene ab 65 einen Schätzwert von 1,0 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag; für Jüngere sind es 0,8 Gramm. Bei 70 Kilo also rund 70 Gramm – das ist mehr, als in einer Scheibe Brot mit Marmelade und einem Teller Suppe steckt.
Der einfachste Weg: zu jeder Mahlzeit etwas Eiweiß. Quark oder Joghurt zum Frühstück, Ei, Käse, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchte mittags, Brot mit Käse oder ein Glas Milch am Abend. Eiweiß hält die Muskeln – und Muskeln halten auf den Beinen. Deshalb gehören Essen und Sturzvorbeugung bei uns zusammen.
Warum allein essen so schlecht funktioniert
Wer allein lebt, kocht selten für sich. Ein Brot im Stehen, die Suppe aus der Dose, der Kuchen vom Discounter. Nicht aus Faulheit, sondern weil ein gedeckter Tisch für eine Person wenig Sinn ergibt. Dabei ist genau das der Hebel: Gemeinsam essen heißt mehr essen, langsamer essen, besser essen.
Deshalb ist Kochen bei uns kein Nebenbei, sondern ein fester Baustein jedes Einsatzes. Wir planen zusammen, was es diese Woche gibt. Wir kaufen gemeinsam ein. Wir kochen zu zweit, so wie Sie es mögen – und setzen uns dazu. Was übrig bleibt, kommt portioniert in den Kühlschrank für die Tage dazwischen.
Was wir dabei übernehmen
Ein Einsatz mit Schwerpunkt Essen und Trinken, drei Stunden, dreimal pro Woche:
- 1 Stunde Einkauf nach Wochenplan – gemeinsam oder nach Ihrer Liste, mit Blick auf Eiweiß, Obst, Gemüse und genug Getränke im Haus.
- 1,5 Stunden kochen und gemeinsam essen – frisch, nach Ihrem Geschmack, mit Lieblingsgerichten von früher.
- 30 Minuten Küche und Vorrat – Portionen für morgen, Kühlschrank aufräumen, Abgelaufenes aussortieren.
Dazu eine einfache Trinkroutine: eine gefüllte Kanne am Lieblingsplatz, Gläser in Sichtweite, ein Strich auf der Flasche für jeden Tag. Wir achten darauf, ob Kleidung weiter wird oder der Appetit nachlässt, und sagen Angehörigen und Hausarztpraxis Bescheid. Bei Schluckstörungen, Diabetes oder Untergewicht ersetzen wir keine Ernährungsberatung – wir sorgen dafür, dass umgesetzt wird, was sie empfiehlt.


